Einsatz in der Türkei, 5. bis 12. März 2016

Von Lauren Smith

Ein sechsköpfiges Team der Refugees Foundation e.V. war im März eine Woche in der Tobalí in der Nähe von Izmir im Einsatz. Torbalí ist ein Industriestandort im Westen der Türkei, viele Syrer haben sich hier auf den Grundstücken von ansässigen Bauern mit ihrer Familie niedergelassen, sie leben in Lagern, viele Familien haben sich Zelte aus Bauplanen gebaut, einige leben in Häuserbaracken. Die Zustände sind nicht gut, in den Häusern gibt es Schimmel, Mäuse laufen zwischen den Lebensmitteln herum, die Kinder spielen im Dreck.

Einige der dort lebenden Menschen arbeiten unregelmäßig auf den Feldern der Bäuerin, auf deren Grundstück sie leben.

Wir waren mit einem Team der „German Alliance e.V.“ in zwei Lagern aktiv, in einem leben etwa 250, in dem anderen ca. 800 Menschen. Dort haben wir unter anderem geholfen Feuerstellen und Öfen zum Brotbacken zu bauen. Außerdem gab es den Versuch, ein Dach abzudichten. Dafür musste zunächst der ganze Schutt vom Dach entfernt werden, danach wurden Löcher abgedichtet und eine Plane über das Dach gespannt; in der Hoffnung, dass das Innerer des Hauses mitsamt Matratzen, Lebensmitteln etc. beim nächsten Regen trocken bleibt.

Unsere Krankenschwester Sara war sehr gefragt, sie hat kleinere Wunden verarztet und wir haben einige Medikamente, z.B. Paracetamol, für die Menschen besorgt und verteilt.

Außerdem haben wir eine große Menge Plastikboxen eingekauft und zur Lagerung der Lebensmittel verteilt.

Einen Tag haben wir damit verbracht, Haushaltspakete zusammenzustellen und zu verteilen, es sind die einfachsten Dinge die den Menschen fehlen und die das Leben so viel leichter machen können: Große Plastikwannen zum Waschen von Wäsche und Geschirr, Spülhandschuhe, Spülschwämme, Wäscheleinen, Seifenstücke…

Während unseres Aufenthaltes wurden wir sehr gastfreundlich behandelt. Die Bewohner haben gerade das, was zum Überleben reicht und uns trotzdem den ganzen Tag mit Brot versorgt; die Einladungen zum Chai konnten wir gar nicht alle annehmen, da wir sonst nicht genug Zeit zum arbeiten gehabt hätten.

Wir haben mit vielen Menschen gesprochen, alle sind sich einig, dass sie nicht nach Europa wollen sondern in Torbalí auf das Ende des Krieges warten um dann zurück nach Syrien zu gehen. Sie wünschen sich jedoch bessere Lebensbedingungen und können sich diese aufgrund der Sprachbarrieren und finanzieller Schwierigkeiten nicht selbstständig erschaffen.

Das Team der German Alliance e.V., mit dem wir zusammengearbeitet haben, ist weiterhin vor Ort und plant eine Schule zu errichten.

Wir wünschen ihnen dabei viel Erfolg und allen Menschen, die dort „ausharren“ weiterhin viel Kraft!

###Update: am 19.April wurden alle Lage dieser Art zwangsgeräumt! Die Bewohner sollten in Busse einsteigen um in offizielle Camps, nahe der syrischen Grenze gebracht zu werden. Viele haben sich „in die Büsche geschlagen“, verstecken sich und wissen nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. (German Alliance e.V.)

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