Libanon – Ein Reisebericht

 

Ein Monat Libanon.

Ein Land mit +/- 4 Mio. Einwohnern, so genau weiss das niemand.
Ein Land
mit +/- 2 Mio. syrischen Flüchtlingen auch dass weiß niemand ganz genau.
Ein Land
mit +/- 600.000 palästinensischen Flüchtlingen auch sie werden mehr, da Palästinenser aus Syrien dazu kommen (geflüchtete Flüchtlinge!)

Ein Land, wo Menschen KEIN Trinkwasser aus dem Wasserhahn beziehen.
Ein Land, dass den Menschen
KEINE 24h Stromversorgung bieten kann.
Ein Land, dass den Menschen eine
medizinische Grundversorgung bietet, die aber nicht für jeden bezahlbar ist.

LIBANON – ein wunderschönes Land mit verzauberter Natur, einmaligen Stränden, wunderschönen Bergen, Kilometerlangen Bananenplantagen, Obst und Gemüse im Überfluss, unendlich vielen historische Städten, Denkmälern und Bauten. Eigentlich ein Traumreiseziel, wäre es nicht umgeben von Syrien 85% Israel 10% und 5% Palästina.

Die Seite des Auswärtigen Amtes rät unbedingt von Reisen in das Bekaa Tal und zu den meisten Sehenswürdigkeiten ab, um sich im Notfall auf diese Hinweise und Warnungen berufen zu können, nur können Katastrophen überall passieren, leider…

Die Menschen im Libanon, ob Christen oder Moslems versuchen friedlich zusammen zu leben, noch scheint es zu gehen und ich wünsche ihnen, dass es so bleibt. Das Land war lange genug von Kriegen und Bürgerkriegen geschüttelt. (Wer mehr darüber wissen möchte, dem lege ich unbedingt das Buch v. Thomas Friedman; From Beirut to Jerusalem, leider nur auf Englisch erhältlich, ans Herz).

Unsere Arbeit dort ist wie so oft ein Tropfen in den Ozean. Wir können immer nur einzelnen Menschen helfen, aber einfach weg sehen und es ignorieren ist dennoch keine Lösung. Wenn viele einzelne Menschen vielen einzelnen Menschen helfen machen diese vielen einzelnen Menschen die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser.food dis 1

Wir (die Refugees Fundation e.V.)  arbeiten im Libanon mit Salam.LADC, einer von einem Libanesen 2006 nach Ende des letzte Krieges gegründeten NGO zusammen. Im Februar 2016 haben Igor Kubát, Schweden und Martin Kvernbekk, Norwegen neue Aufgaben in der Flüchtlingshilfe gesucht, nachdem beide über Monate u.a. auf Lesbos zusammen gearbeitet haben und sind so auf den Libanon und am Ende auf Salam gestoßen. Wir sind im März für drei Wochen bei Salam gewesen und haben dort u.a. an dem Grundstein für das heutige Volunteers Haus und die Arbeit in den Settlements mit gelegt.

Von März 2016 bis August 2016 haben etwas über 150 Voltaire von fast allen fünf Kontinenten kurze und längere Zeit im Bekaa Tal bei Salam gearbeitet. Die Unterbringung pro Woche beträgt 35$  und 10$ für den Frühstückseinkauf zuzüglich der sonstigen Verpflegung und Wochenendausflüge, dass müßen Freiwillige auf bringen um dort helfen zu dürfen. Angesichts der sehr prekären Lage der Menschen im Tal ist es gut, wenn jeder auch eigene zusätzliche finanzielle Mittel mitbringt, die Vorort zum Kauf von Nahrungsmitteln, Unterstützung von medizinischen Notfällen und für Schulmaterial etc. ausgegeben werden können.

+ 150k $ wurden in der Zeit an Spenden für die Projekte von Salam gesammelt. In Anbetracht der Anzahl geflüchteter und Hilfsbedürftiger im Libanon ein Tropfen in den Ozean, aber wie ich schon vorher schrieb:

“Wir können immer nur einzelnen Menschen helfen, aber einfach weg sehen und es ignorieren ist dennoch keine Lösung. Wenn viele einzelne Menschen vielen einzelnen Menschen helfen machen diese vielen einzelnen Menschen die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser.”

HELFEN ZU DÜRFEN und HELFEN ZU KÖNNEN ist ein enormes Privileg!

Sehr gerne gebe ich direkt und persönlich Auskunft zu meinen Erfahrungen im Libanon. Ich bin sicher, es war nicht meine letzte Reise. In der Hoffnung den ein oder anderen ein wenig neugierig gemacht zu haben.

Ein letzter großer DANK gebührt all unseren Spender und Unterstützer, die unsere Arbeit  in den letzten Monaten überhaupt erst möglich gemacht haben.

Nicole Malmedé

 

 

 

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